Die letzten paar Tage sind wir von Kashgar aus ab ins Gebirge in Richtung pakistanischer Grenze. Nicht einfach nur, um mal an der pakistanischen Grenze gewesen zu sein, sondern vor allem, weil der beruehmt-beruechtigte Karakorum Highway sich auf dem Wege dort hin durch ein atemberaubendes Gebirge schlaengelt.
Knapp 300km geht es bergauf immer am Fluss entlang, am Karakul-See vorbei bis man dann in Tashkurgan, dem letzten groesseren Ort auf chinesischer Seite 120km von der Grenze entfernt, rausgeschmissen wird. Wenn es schon in Turfan oder auch Kashgar ab und zu knapp mit dem Chinesischen wurde, war dann dort oben fast alles vorbei - die Mehrheit sind Tadschiken und nicht viele von ihnen sprechen Mandarin. Somit kommen dann wieder Haende und Fuesse ins Spiel der Kommunikation.
Tashkurgan war als Ort nicht weiter spannend, aber es ist erschreckend zu sehen, was ein recht kleiner Genpool da oben fuer Auswirkungen hat - grosse Unterschiede im Aussehen gab es tatsaechlich kaum. Dies mag allerdings auch daran gelegen haben, dass alle vom starken Wind rot unterlaufene Augen und eine Lederhaut vom Feinsten hatten...
Es ist faszinierend zu sehen, wie die Praesenz der Partei hier ganz im Westen in Form von riesen Slogans an den Haeusern und morgendlicher und abendlicher Massenbeschallung zunimmt, aber das "chinesische" immer mehr abnimmt. Ich frage mich ohenhin immer mehr, was ist eingentlich "chinesisch"? Das hier jedenfalls nicht mehr - ein vollkommen anderer Menschenschlag, anderer kultureller Hintergrund, andere Sprache, Lebensart usw. Aber die Allmacht der Partei haelt alles zusammen und baut in jedes noch so kleine Dorf mit drei Jurten eine Parteizentrale - auf dass jegliche Form vom so gefuerchteten Separatismus sofort erkannt und im Keim erstickt werden kann. So is ditte, wa...
Was dann auch so ist, ist dass die Chinesen, also Han, die sich hier in Kashgar eine der Moscheen angucken wollen, sich anstelle die Schuhe auszuziehen wenn sie die Gebetshalle betreten, eine Plastetuete ueber die Schuhe ziehen und die Frauen nicht im geringsten daran denken, sich ein Tuch umzubinden geschweige denn lange Hosen anzuziehen...Sogar ich hab meine lange Haare unterm Hut versteckt...
So, und damit seis genug fuer heute..
Der Franz















